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1. Lieferumfang
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SUSE Linux 10.0
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Entwickelt wurde SUSE Linux 10 durch das im August ins
Leben gerufene OpenSUSE-Projekt, Novells
Community-Initiative. Gerade hierin soll die Stärke der
Distribution liegen, da Entwickler aus aller Welt dazu
beitragen. Im direkten Vergleich zu OpenSUSE wurde SUSE Linux
10 um weitere Applikationen, Dokumentation und kostenlosen
Support ergänzt.
Mit der Freigabe von SUSE Linux 10.0 schneidet Novell
endgültig alte Zöpfe ab und liefert in der Tat ein
fast komplett neues Produkt aus. Die Zahl der beigelegten
Medien verringerte sich im Vergleich zur Vorgängerversion
um eine DVD auf insgesamt fünf CDs und eine DVD. Eine
Änderung erfuhr auch die Verpackung. Lieferte das
Unternehmen noch die letzte Variante der Distribution in einem
Plastik-Etui aus, finden in der neuen SUSE die Medien in einer
Pappschachtel Platz.
Verkleinert wurde auch die Zahl der beigelegten Handbücher.
SUSE Linux 10 kommt nur noch mit einem 313 Seiten starken
Start-Handbuch, das der Thematik des Benutzerhandbuchs
entspricht. Das umfangreiche und in der letzten Version knapp
770 Seiten zählende »Administrationshandbuch«
wurde aus der Distribution entfernt. Was auch fiel, ist der
Preis. Die Distribution kostet in der aktuellen Version 59
Euro.
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Der winterliche Bootscreen von
SUSE Linux 10
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Bei der Ausstattung der neuen Version gibt es nur
wenig zu bemängeln und das Paket ist weitgehend aktuell.
Sowohl Einsteiger als auch fortgeschrittene Anwender bis hin
zu Programmierern finden hier alles, was gebraucht wird, auch
wenn die Zahl der Pakete gegenüber der letzten Versionen
stark nachgelassen hat.
Mit mehr als 1000 Paketen einschließlich
Büroapplikationen, Internet-, E-Mail- und
Multimedia-Software sowie Server-Diensten für
Heimnetzwerke und Entwicklungswerkzeugen ist SUSE Linux 10
immer noch sehr mächtig ausgefallen. Zu den neuen
Anwendungen gehören unter anderem KDE
3.4.2, GNOME
2.12, X.Org
6.8.2, GCC
4.0.2, Kernel
2.6.13 und glibc
2.3.5. Zu den weiteren neuen Anwendungen gehören
zudem OpenOffice.org
1.9.125, Novell
Evolution 2.4.0 samt Ximian Connector, GIMP
2.2.8, Inkscape
0.42.2 sowie Nvu
1.0. Für alle Entwickler liefert der Hersteller zudem
KDevelop
3.2.2, Eclipse
3.1 sowie Mono
1.1.8 mit.
Eine Besonderheit vieler SUSE-Veröffentlichungen
stellt die Integration kommerzieller Applikation in das
Basis-System dar. Auch diesmal packt der Hersteller
zusätzliche Software von Drittanbietern in das Paket.
Bereits bei der Installation wird standardmäßig der
Flash-Player von Macromedia zur Auswahl angeboten. Stimmt man
den Lizenzbestimmungen nicht zu, die vor der Installation der
Distribution eingeblendet werden, entfernt der Paket-Manager
die Software aus der Auswahl. Weitere kommerzielle Programme,
die ihren Weg in die Distribution fanden, sind RealPlayer
in der Version 10.0.5, Moneyplex
5.0 sowie Demos von MainActor
5.5.7, TextMaker
2005.8.2 und Planmaker
2005.8.2.
2. Die Installation
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Der Bootvorgang wirkt eleganter
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Das Booten von DVD klappte bei unseren Systemen
erwartungsgemäß problemlos. Im Startmenü
stehen weiterhin folgende Optionen zur Auswahl: »Booten
von Festplatte«, »Installation«,
»Installation - ACPI ausgeschaltet«, »Installation
- Sichere Einstellungen«, »Rettungssystem«
und »Memorytest«. Dabei ist es sinnvoll mit F2
eine der 33 zur Verfügung stehenden Sprachen auszuwählen
und mit F3 erweiterte Optionen, wie z.B. die Auflösungen,
einzustellen.
Verändert hat sich dagegen der Startbildschirm. Im
Pingus-Stil latschen kleine Pinguine mit Weihnachtsmützen
durch den Bildschirm. Warum SUSE dieses Thema gewählt
hat, ist uns nicht ganz klar, ist doch der Oktober ein schöner
Herbstmonat. Aber das sollte nicht stören, also ging es
zur Neuinstallation.
Eine PS2- und USB-Maus und ein Touchpad funktionierten bei
allen unseren Systemen von Anfang an. Nachdem die
Lizenzvereinbarung auf Englisch, abgesegnet wurde, kann sich
der Benutzer zwischen Neuinstallation oder Aktualisierung
entscheiden und anschließend die Region und die Zeitzone
einstellen. Erfreulich ist hier, dass man auch die Zeit gleich
einstellen kann, sollte der Rechner eine falsche Zeit haben.
Nun steht man vor der Wahl des Desktops. Zur Verfügung
stehen »KDE«, »Gnome« und »Andere«
(minimales grafisches System oder Textmodus). Erwähnenswert
ist hier sicherlich, dass keine der Umgebungen vorausgewählt
wurde und der Nutzer sich für eine entscheiden muss.
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Die aufgeräumtere
Installation überzeugt. Hier: Zeiteinstellung während
der Installation
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Der nächste Schritt widmet sich der
Feineinstellung des Systems. Hier fällt zunächst die
etwas spartanische Oberfläche auf. In einem Überblick
werden die vorgeschlagene Partitionierung, die
Softwareauswahl, sowie die primäre Sprache angezeigt.
Erst ein Klick auf der Reiter »Experten« bringt
eine komplette Liste der Einstellungsmöglichkeiten.
Geändert hat sich hier nicht besonders viel. So bietet
die Auswahl zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten
zum Systemstart, dem System, der Tastaturbelegung, Zeitzone,
Sprache, und des Standard-Runlevels an.
Bevor die Installation gestartet wird, muss noch der
Lizenzvereinbarung für kommerzielle Applikationen
zugestimmt werden. Danach ist erst einmal ein wenig Pause
angesagt. Die Pakete werden installiert. Die Dauer, bis alle
Pakete installiert sind, beträgt je nach Systemleistung
mehrere Stunden. Dabei werden allgemeine Informationen oder
Details zu jedem Paket, welches installiert wird, und die
ungefähre Restzeit angezeigt.
Sind alle Pakete eingespielt, beginnt die Feinkonfiguration
des Netzwerks. Die Unterschiede der Konfigurationsdialoge
fallen im direkten Vergleich zu SUSE 9.3 eher gering aus. Die
Netzwerkeinstellung wurde ein wenig aufgeräumt,
funktionell ist sie aber der alten Version gleich. Ferner
wurde die Konfiguration von DSL-, ISDN- und
Modem-Schnittstellen überarbeitet und gestaltet sich ein
wenig logischer. Die Konfiguration von VNC erlaubt nun auch
eine Einstellung der Proxys und bei der Eingabe der Proxys
unter dem Menüpunkt »Proxy-Konfiguration« ist
auch die Bestimmung von HTTPS-Proxys möglich.
Anschließend wird die Internetverbindung getestet und
aktuelle Release-Notes werden herunterladen. Falls gewünscht,
werden auch die letzten Updates abgefragt. Ferner besteht die
Möglichkeit, ein Online-Update zu starten, bei dem
bereits mehrere aktualisierte Pakete und die Microsoft
TrueType Core Fonts installiert werden können.
Nun geht es weiter mit dem Anlegen der User. Nach einem
Update der Konfiguration werden die »SUSE Linux 10.0
Release Notes« angezeigt, auch wieder auf Englisch. Das
letzte Schritt betrifft nun die Hardware-Konfiguration, die
fast schon obligatorisch problemlos verlief. Die vorhandene
Hardware wurde korrekt erkannt. Auch hier wurden die Dialoge
größtenteils aufgeräumt. Funktionell wurde
kaum etwas geändert.
Das Aussehen des Boot-Vorgangs wurde fast schon
obligatorisch geändert. Aber auch an der Geschwindigkeit
wurde gearbeitet. Im direkten Vergleich zu SUSE 9.3 bootet die
Default-Distribution erheblich flotter. Bei einem Test auf
zwei verschiedenen Systemen konnten in beiden Fällen eine
Steigerung der Geschwindigkeit von ca. 30 Prozent beobachtet
werden.
3. SUSE Linux 10 im
Betrieb
3.1. Konfiguration
des Systems
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Kleinere Icons und der Wegfall des
oberen Banners machen YaST ein wenig übersichtlicher.
Hier: Vergleich zwischen Yast aus SUSE 9.3 (oben) und SUSE
10 (unten)
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Das zentrale Tool für alle möglichen
Einstellungen ist Yast. Egal ob es um die die Installation von
Software geht, die Einrichtung von Hardware oder die
Benutzerverwaltung, an Yast führt kein Weg vorbei. Man
sollte aber genau überlegen, was man tut, denn falsche
Einstellungen führen nicht selten zu unliebsamen
Resultaten.
Das Tool wurde gegenüber der letzten Version im
Aussehen verändert. Die obere Leiste musste in SUSE Linux
10 weichen, was mehr Platz für Dialoge mit sich bringt.
An der Geschwindigkeit des Tools hat sich kaum etwas
verändert. Yast verrichtet seine Arbeit im Vergleich zu
anderen Distributionslösungen immer noch relativ
gemächlich. Hinzu kommt noch, dass die Anwendung ein
wahrer Freund von multilingualer Bedienung zu sein scheint.
Nicht selten trifft man auf einen Dialog, der zu Hälfte
auf Deutsch und zur Hälfte auf Englisch erstellt wurde.
Die wohl größte Änderung von Yast stellt
die Implementierung von »Novell AppArmor« dar. Bei
der ursprünglich von Immunix entwickelten Software
handelt es sich um ein System zur Eindringlingsabwehr, das
sowohl das Linux-Betriebssystem als die Linux-Anwendungen
gegen externe Angriffe, Viren und andere Schadprogramme
schützen soll. Dadurch kann laut Novell das
Bedrohungspotenzial für ein Unternehmen minimiert werden.
AppArmor verhindert unter anderem durch definierte Regeln für
populäre Applikationen die Ausführung bestimmter
Funktionen einer Applikation. Weitere Regeln können
mittels Wizards erstellt werden.
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Auch SaX2 musste sich einem
Facelifting unterziehen
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Ein weiteres neues Modul für Yast stellt ein
PCI-Gerätetreiber-Modul dar. Mittels der neuen
Funktionalität lassen sich zusätzliche PCI-IDs zu
einem Treiber hinzufügen, um seine interne Liste zu
erweitern. Besonders nützlich ist das bei Treibern, die
viele Karten unterstützen und nicht alle IDs der
aktuellen Modelle enthalten.
Das dritte von der Partie der neuen Werkzeuge ist das
PostgreSQL-Werkzeug. Das Tool ermöglicht die
Konfiguration von Daten-Clustern und ermöglicht, mehrere
Datenbanken zu einer Instanz zusammenzufügen.
Das für die Einstellung der Grafikkarte zuständige
Tool »Sax« erfuhr ebenfalls Neuerungen. Das
Werkzeug wurde komplett neu gestaltet und sieht frischer und
professioneller aus. Die gängigsten Funktionen sind
schnell erreichbar und die Arbeit gestaltet sich intuitiver.
Sieht man von dem Aussehen ab, wurden allerdings hier
funktionell kaum Neuerungen eingeführt.
3.2. Der Desktop
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Der Defaultdesktop der
Distribution unter KDE
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Begrüßt wird man durch viel grüne
Farbe von einem Chamäleon als Hintergrundbild. Auf dem
Desktop befinden sich Symbole für Arbeitsplatz,
Netzwerkbrowser, Papierkorb, Drucker sowie für Firefox
und OpenOffice. In der Taskleiste des KDE-Desktops sind neben
dem grünen Startknopf einige nützliche Symbole für
untergebracht, u.a. für den Home-Ordner und den
Konqueror. Außerdem der KDE-Arbeitsflächenumschalter
sowie natürlich die Fensterleiste. Die komplette
Taskleiste lässt sich individuell konfigurieren.
Das Startmenü ist, wie bei SUSE gewöhnt, sehr
aufgeräumt. Obwohl es unzählige Einträge hat,
sind diese in Untermenüs ordentlich gruppiert, so dass
man sehr schnell das benötigte Programm finden kann.
Hinzu gekommen ist auch eine kleine Suche im oberen Bereich
des Startmenüs, die das Finden der gewünschten
Applikationen enorm erleichtert.
Als Desktopthema wurde der Plastik-Stil gewählt,
gepaart mit der Fensterleiste von SUSE in angenehmen Farben.
Über das Kontrollzentrum kann man verschiedene Designs
wählen, aber auch bei Bedarf Thema, Fensterleiste, Farben
etc. einzeln konfigurieren.
3.3. Hardware
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Blau macht glücklich - Der
Login
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Nach dem Start sollte gleich noch einige Hardware
installiert werden. Als erstes der Drucker - ein EpsonStylus
PHOTO R200. Als das USB-Kabel einsteckt wurde, ging sofort ein
Fenster auf, das meldete, dass eine neue Hardwarekomponente
erkannt wurde und ob sie installiert werden soll. Na, aber
sicher doch! Nach der der Eingabe des root-Passwortes wurde
das entsprechende Yast-Modul gestartet. Dort konnte der
Drucker direkt konfiguriert werden, wobei die Einstellungen
selbsterklärend waren. Das Gerät funktionierte
danach wie gewünscht. Das Drucker-Icon auf dem Desktop
öffnet übrigens den KjobViewer, welcher die
Druckaufträge anzeigt.
Nun sollte der Scanner ran. Leider werden nicht alle
Scanner von Linux unterstützt, eine Liste gibt es unter
sane-project.org.
Unser Testgerät war ein Canon »CanoScan LIDE 20«.
Hier passierte nach dem Anstecken des USB-Kabel erst einmal
nichts. Also startet man Yast manuell und wählt das Modul
»Scanner« unter »Hardware« aus. Der
entsprechende Scanner musste zwar aus einer sehr umfangreichen
Liste selbst ausgewählt werden, die restliche
Installation lief aber automatisch ab. Ein erster kurzer Test
mit Kooka bzw. xsane verlief zur vollen Zufriedenheit.
Nun fehlte nur noch die Digitalkamera. Über USB
angeschlossen kam die Frage, ob die USB-Disk geöffnet
werden sollte. Der Lese- und Schreibzugriff funktionierte
sofort mit voller USB-2-Geschwindigkeit.
3.4. Ab ins
Internet
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Hier wird mittels des neuen Moduls
"Novell AppArmor" die Screenshot-Funktion von
GIMP abgeschaltet
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Für das Surfen im Web stehen verschiedene Browser
zur Verfügung: Firefox
in der aktuellen Version 1.0.7, Konqueror, Mozilla
(1.7.12) sowie Epiphany
für Gnome (1.8.0). Alle waren eingerichtet und
funktionsfähig. Für Emails gibt es ebenfalls mehrere
Programme. Das Startmenü stellt eine große Auswahl
an Programmen auch für andere Internetanwendungen zur
Verfügung, wie z.B. Chatten, News und RSS. Als grafischen
FTP-Client liefert SUSE leider nur KBear mit, der vor allem
durch seine Instabilität auffällt. Da führt
kein Weg daran vorbei, sich nachträglich ein anderes Tool
zu besorgen, gftp ist dabei eine gute Alternative.
3.5.
Officeanwendungen
OpenOffice.org
als Novell-Edition in der Version 1.9.125.1.2 wurde bereits
erwähnt. Das ist nicht ganz die aktuellste Version. Zum
Erscheinungstermin von OpenSUSE gab es bereits den
Release-Kandidat 1, da muss man aber den Entwicklern einen
gewissen Zeitraum bis zur Integration zugestehen. Die Version
1 von OpenOffice.org ist nicht mehr vorhanden. Außerdem
sind noch KOffice
(1.4.1), einige Programme von SoftMaker und diverse
weitere Officeprogramme wie Abiword
(2.2.9) vorhanden.
Die Suche in Office-Dateien mittels Beagle klappt
problemlos. Die Desktop-Suchmaschine wurde vorbildlich in das
System integriert und verrichtet ihren Dienst auch unter KDE.
Ein Klick auf »Im Dateimanager öffnen« öffnet
zum Beispiel unter KDE auch den Konqueror.
3.6. Multimedia
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Auch unter SUSE Linux 10 mag der
Player keine DVD- und Windows-Codecs abspielen
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Beim Einlegen einer Film-DVD startete zwar Kaffeine,
es zeigte aber auch sogleich an, welche Codecs alle fehlten.
Dass diese nicht vorhanden sind, liegt hier aber nicht an
SUSE, sondern an lizenzrechtlichen Gründen. Wer
allerdings ein wenig sucht, kann die benötigten Pakete
schnell im Internet finden. Das selbe gilt leider auch für
andere Videoformate wie .wmv und .mpg. Auch hier müssen
die entsprechenden Dateien in Eigenregie vom Netz
heruntergeladen und installiert werden.
Ein wenig besser sieht es mit MP3-Dateien aus. Das
Abspielen des Formats mittels amaroK
funktionierte von Anfang an, obwohl die Unterstützung in
früheren Betaversionen und in SUSE 9.3 erst per
Online-Update nachgeladen werden musste. SUSE scheint
allerdings die Implementierung von MP3 nicht durchgehend
eingeschaltet zu haben. Manch eine Applikation, die MP3
beherrscht, will das Format unter SUSE Linux 10 nicht
verstehen. So beherrscht das Brennprogramm k3b
keine Umwandlung in MP3. Interessant ist auch der Hinweis im
Dokumentenverzeichnis, dass die Distribution MP3 wegen der
lizenztechnischen Problematik nicht unterstützt.
Die Unterstützung von Multimedia-Formaten im Browser
ist vorbildlich für ein Desktop-System. Sowohl Java als
auch Flash verrichten ihren Dienst anstandslos. Einzig das
Abspielen von typischen Windows-Codecs im Browser ist aus den
bereits erwähnten Gründen nicht möglich.
3.7. Es muss nicht
immer Gnome und KDE sein
Für manche gilt Gnome und KDE als zu bunt und
überladen. SUSE wäre keine wirkliche
Linuxdistribution, wenn nicht andere Window-Manager
mitgeliefert würden. Blackbox,
fvwm,
IceWM,
mwm, Openbox, Windowmaker...
Die Auswahl ist groß. Genauso wie die zwei
Desktop-Umgebungen präsentieren sie sich aufgeräumt
und gut vorkonfiguriert mit vollen, aber übersichtlichen
Menüs. Hier gibt es nur wenig zu bemängeln, auch
wenn die Konfiguration erfahrungsgemäß nicht
optimal ist und von Kennern der Window-Manager sicherlich noch
nachgebessert wird.
4. Fazit
Die Weiterentwicklung von SUSE 9.3 zu OpenSUSE 10.0 und
schließlich zu SUSE Linux 10 ist solide. Das System
enttäuscht nicht, überrascht aber auch nicht.
Revolutionäre Neuerungen sind kaum vorhanden.
Hauptsächlich wurde an Details, Aktualisierungen und dem
Aussehen gearbeitet. Die Integration von AppArmor und iFolder
gefällt und zeigt die zukünftige Ausrichtung von
Novell Richtung Enterprise-Desktop und -Server. Hier darf man
auf die weiteren Neuerungen gespannt sein.
Wie schon lange bei SUSE gewöhnt, ist die
Konfiguration sehr einfach. Selbst als Anfänger sollte es
kein Problem sein, sich schnell zurechtzufinden, ein wenig
Lernwillen vorausgesetzt. Denn es gibt eine Menge zu
entdecken, wenn auch so manches Programm durch den Wegfall
einer zweiten DVD nachinstalliert werden muss. So fehlt zum
Beispiel Superkaramba
im Lieferumfang von SUSE Linux 10 komplett. Hier können
aber sicherlich externe Quellen wie das Projekt superSUSE
und Suchmaschinen wie RpmSeek
Abhilfe schaffen.
Problematisch stellt sich immer noch die Einbindung von
Multimedia dar. Weder DVD noch Windows-Codecs funktionieren.
Die Integration von MP3 ist immer noch nicht perfekt, aber ein
wichtiger Schritt in eine richtige Richtung. Vor allem
Anfänger waren mit der Installation der fehlenden
Funktionen der letzten SUSE-Versionen überfordert.
SUSE Linux 10 ist und bleibt auf jeden Fall eine sehr gute
Einsteigerlösung. Das System ist gut konfiguriert und
kann auch problemlos von Windows-Umsteigern genutzt werden.
Hinzu kommt eine ausführliche Hilfe im KDE-Hilfe-Zentrum.
Die freie Verfügbarkeit von OpenSUSE ermöglicht
zudem einen problemlosen Test der Distribution, auch wenn
OpenSUSE nicht über den vollen Umfang von SUSE Linux 10
verfügt und ohne kommerzielle Beigaben wie Java oder
Flash kommt. Wer auf eine gedruckte Dokumentation Wert legt
und auf kommerzielle Beigaben nicht verzichten möchte,
kann auch OpenSUSE und die kommerziellen Anwendungen in Form
eines 72 Seiten starken Buches beim
Millin-Verlag erwerben.
Ganz ohne Bugs läuft es aber aber auch bei der neuen
SUSE nicht. Unter https://bugzilla.novell.com/
kann man sich bereits gemeldete Fehler anschauen bzw. neu
gefundene melden.
5. Referenzen
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